![]() | TAZ-Blog von Dilek Zaptçýoðlu: Istanbulblog vom 14.08.2006: Der Krieg ist (fast) da… …auch wenn er im Moment “ruht”. Die US-Armee versorgt Israel in diesen Tagen trotzdem weiterhin mit wertvollem Kriegsmaterial. Die Bomben und Munition werden von türkischen Häfen aus nach Israel verschifft. Die “moderat islamische” Erdogan-Regierung gehört verbal zu den schärfsten Kritikern des israelischen Angriffs auf den Libanon. Der offizielle türkische Halbmond sammelt, die Islamisten spenden, ihre Zeitungen sind voller Haßtiraden auf “die Juden” und Israel. Gleichzeitig weiß die Regierung nicht nur von der [....] Mehr…» |
Der Krieg ist (fast) da…
…auch wenn er im Moment “ruht”. Die US-Armee versorgt Israel in diesen Tagen trotzdem weiterhin mit wertvollem Kriegsmaterial. Die Bomben und Munition werden von türkischen Häfen aus nach Israel verschifft. Die “moderat islamische” Erdogan-Regierung gehört verbal zu den schärfsten Kritikern des israelischen Angriffs auf den Libanon. Der offizielle türkische Halbmond sammelt, die Islamisten spenden, ihre Zeitungen sind voller Haßtiraden auf “die Juden” und Israel. Gleichzeitig weiß die Regierung nicht nur von der US-Hilfe an Israel, die tagtäglich die türkischen Häfen verläßt. Sie sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Transporte. Die Tageszeitung “Cumhuriyet” berichtete heute:
“Seit einiger Zeit verlassen große LKW-Ladungen den US-Stützpunkt Incirlik (im Südosten des Landes, bei Adana). Die Ladung wird in den Seehäfen Mersin und Tasucu auf Schiffe gebracht. Es stellte sich nun heraus, daß es sich dabei um dringende Rüstungshilfe für Israel handelt. Darunter F-16-Bomben sowie M-1_Gewehrsmunition. Die LKWs fahren durch türkische Städte. Die türkische Polizei sperrt dabei die Straßen und sorgt für eine freie Durchfahrt.” Ach - ganz vergessen zu erwähnen, daß der saudische König neulich Istanbul beehrte. Er kam mit 40 Fugzeugen und Hunderten von Personal. Beim Festessen wurde nur Himbeersaft getrunken. Gleichzeitig flogen libanesische Häuser in die Luft. Man könnte ja über eine Lösung des Palästina-Konflikts beraten, etwas tun, damit Frieden in der Region einkehrt. Aber der König war anderweilig beschäftigt. Es gibt einen so genannten “Liebeshügel”, d.h. eine bewaldete Anhöhe oberhalb des Bosporus; es herrscht hier strengstens Bauverbot. Der König hat in den 1990ern auf diesem Hügel große Grundstücke mit herrlichem Meeresblick gekauft. Es heißt, er will endlich bauen dürfen. Er soll es sogar sehr eilig haben. Ob er sich vor den radikal-islamischen Rächern in seinem Land fürchtet, und in Istanbul so schnell wie möglich seinen Exilpalast fertigstellen will? Dabei wollten die Türken nicht den arabischen König hierher, sondern selbst nach Europa!
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