Migrations- und Integrationsbeirat Spandau


Internationales Kinderparlament "23 Nisan"

Ein Projekt des Spandau-Neustadt e.V.
in Zusammenarbeit mit dem "Migrations- und Integrationsbeirat Spandau"
und dem "Ökumenischen Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit"
sowie mit freundlicher Unterstützung weiterer Vereine, Institutionen und Persönlichkeiten.

Wann: Am 23. April 2009 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Wo: Im Bundestag

Für wen: Für Berliner Kinder von 6 bis 14 Jahren

Kontakt: Pfarrer Peter KRANZ & Dipl.-Ing. Ali YILDIRIM (0177 2427272 - Ali@AYPA.net)


Vorsitzender - Sprecherin - Mitglieder - Geschäftsordnung - Protokollschreiber - Gäste - Fotos




Die nächste Sitzung des Migrations- und Integrationsbeirats Spandau ist
am Dienstag, den 03.11.2009 von 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: Rathaus Spandau - Raum 201

Der Migrations- und Integrationsbeirat beim Bezirksamt Spandau von Berlin
Carl-Schurz-Str. 2-6
13597 Berlin



08.01.2009

Presseerklärung



Der Migrations- und Integrationsbeirat Spandau hat in seiner Sitzung am 6.1.2009 beschlossen, sich zu den bewaffneten Auseinandersetzungen im Nahen Osten öffentlich zu äußern. Der Beirat ist besorgt über die Eskalation und deren Folgen für die Zivilbevölkerung in Israel und besonders im Gazastreifen. Daher unterstützt er die Forderung nach einer sofortigen Einstellung sämtlicher Kampfhandlungen und fordert die friedliche Beilegung des Konfliktes.

Durch Medienberichte wurde bekannt, dass auch Spandauer Mitbürger Angehörige durch die militärischen Angriffe der israelischen Armee verloren haben. Aufgrund ihres großen Leids ist für sie ein normaler Alltag z.Zt. kaum vorstellbar. Zu betrauern ist auch der Tod von Irit Shitrit, Sekretärin an der 8. Schule in Ashdod, der israelischen Partnerstadt Spandaus. Sie starb nach Raketenangriffen der palästinensischen Hamas. Der Beirat möchte sein Mitgefühl mit allen unter den Kampfhandlungen leidenden Menschen, ihren Angehörigen und Freunden hier in Spandau bekunden.

Der Migrations- und Integrationsbeirat Spandau hat die Aufgabe, sich um die Belange der Menschen mit Migrationshintergrund hier im Bezirk zu kümmern und zu einem besseren Zusammenleben aller Spandauer, unabhängig von ihrer Herkunft und Glaubensrichtung, beizutragen. Jeden ersten Dienstag im Monat findet die öffentliche Sitzung von 18.00 – 20.00 Uhr im Rathaus Spandau statt.

Spandauer Bürgerinnen und Bürger können sich mit der Bitte um Hilfe und Unterstützung an folgende Adresse wenden:

Ali YILDIRIM
Der Vorsitzende
http://Migrationsbeirat.de
Ali[at]AYPA.net
Tel.: 0177 2427272
Büro des Vorsitzenden:
13585 Berlin, Luther Platz. 4
/ EG
Tel.: 3366666 – Fax: 3333023

Aktuelles vom Migrations- und Integrationsbeirat Spandau

23. Juli 2008

Abdallah Melaouhi vom Bezirksamt als Mitglied im Beirat abberufen

Gestern, am 22. Juli 2008, ist das Bezirksamt Spandau dem Antrag des Migrations- und Integrationsbeirates Spandau gefolgt und hat Abdallah Melaouhi als Vertretung des Vereins „Tunesische Vereinigung in Berlin e.V.“ im Beirat abberufen. Der Verein solle nun einen anderen Vertreter oder eine Vertreterin für den Beirat benennen (siehe Pressemitteilung des Bezirksbürgermeisters).
Die Abberufung Melaouhis erfolgte aufgrund seiner Aktivitäten im Kontext rechtsextremer Geschichtsrelativierung. Melaouhi war von 1982 – 1987 der letzte Krankenpfleger des verurteilten Kriegsverbrechers Rudolf Heß gewesen und stellt sich seit längerer Zeit rechtsextremen Kreisen als sogenannter Kronzeuge für deren revisionistische Verschwörungs- und Glorifizierungsmythen zur Verfügung. Seit etwa Februar 2008 ist er gemeinsam mit dem NPD-Kader Olaf Rose auf zahlreichen rechtsextremen Veranstaltungen aufgetreten, bei NPD-Ortsgruppen, Kameradschaften und rechten Burschenschaften in Ost- und Westdeutschland, um sein Buch „Ich sah den Mördern in die Augen! - Die letzten Jahre und der Tod von Rudolf Heß“ zu bewerben. Die Vortragsreihe läuft unter dem Titel „Wahrheit macht frei - ein Augenzeuge meldet sich zu Wort“.
Die Kontakte Melaouhis zu Olaf Rose, NPD-Kandidat bei den letzten Landratswahlen in Sachen und Mitglied im Vorstand (Beirat) der NPD, reichen bis in das Jahr 2004 zurück, als Rose gemeinsam mit Michael Vogt den Film „Geheimakte Heß“ produzierte, in dem den Briten die Verantwortung für den 2. Weltkrieg unterstellt wird und die Behauptung - unter Berufung auf Melaouhi – erhoben wird, Heß sei 1987 von den Alliierten im Spandauer Gefängnis ermordet worden. Melaouhis Buch wird derzeit in rechtsextremen Kreisen beworben und angekündigt, die Buchbestellung läuft über Olaf Rose. (siehe http://www.dr-olaf-rose.de)

Auf seiner Sitzung am 3. Juni 2008 hatte der Migrations- und Integrationsbeirat Spandau Melaouhi deshalb zur Rede gestellt und um Erklärung für sein Agieren in rechtsextremen Kreisen gebeten. Melaouhi leugnete Verbindung zum rechtsextremen Lager, er kenne Olaf Rose nur als Historiker und sein Buch habe er auf Französisch selbst geschrieben und Rose sei lediglich der Übersetzer. Außerdem sei er bei zahlreichen Veranstaltungen aufgetreten, von Rechtsextremen habe er nichts bemerkt. Diese Erklärung deckt sich jedoch nicht mit den Recherchen, nach denen es sich ausschließlich um Veranstalter aus dem rechtsextremen Spektrum handelte, auch wenn unter den Zuhörer/innen so manche/r gewesen sein mag, der/die sich selbst dem demokratischen Lager zuordnen würde. Hinzu kommt, dass Rose selbst in einem langen Interview mit dem NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme“ erklärte, dass er mit Melaouhi das Buch gemeinsam verfasst habe.
Auf die Frage des Beiratsvorsitzenden, Ali Yildirim, ob Melaouhi denn ab sofort, nachdem er nun vom Beirat über die rechtsextremen Hintergründe von Olaf Rose und der Veranstalter seiner Auftritte informiert wurde, weiterhin gemeinsam mit den Rechten und bei ihnen auftreten werde, erklärte dieser, dass keine weiteren Auftritte geplant seien, er aber sein Buch auf alle Fälle vermarkten werde. Nur drei Tage nach dieser Beiratssitzung und Erklärung, am 6. Juni, trat Melaouhi mit Olaf Rose bei einer gemeinsamen Veranstaltung der NPD Düren und der Freien-Nationalisten Euskirchen auf, und am 7. Juni folgte ein weiterer Auftritt beim NPD Kreisverband Unna / Hamm, auf der ebenfalls die neonazistische Kameradschaftsszene zugegen war. Letztere verbreitet im Internet, dass Melaouhi auf dieser Veranstaltung seinen Vortrag mit den Worten beendet habe, „dass er weiterhin für die Wahrheit kämpfen wird, selbst wenn er sich vor diversen Ausländerbeiräten rechtfertigen soll oder sich von Bürgermeistern als ‚Nazi’ titulieren lassen muss und mit staatlichen Repressionen rechnen muss." (siehe http://www.freie-nationalisten.net/Archiv/mai_juni08.htm)

Damit spielt Melaouhi nicht nur auf den Spandauer Migrationsbeirat an sondern auch auf die Haltung des Spandauer Bezirksbürgermeisters, der sich bereits kritisch geäußert hatte, sowie auf Diskussionen im Berlin-Brandenburger Migrationsrat, in dem Melaouhi ebenfalls die Tunesische Vereinigung vertritt.
Auf der nächsten Sitzung des Spandauer Migrationsbeirates am 1. Juli 2008 wurde deshalb das Thema erneut auf die Tagesordnung gestellt und ein Mitglied des Vorstandes der Tunesischen Vereinigung eingeladen. Auf Einladung des Beiratsvorsitzenden Ali Yildirim hielt Claudia Dantschke vom Zentrum Demokratische Kultur einen kurzen Vortrag, in dem die politische Einordnung, die Verbindungen und Hintergründe der Rudolf-Heß-Glorifizierung und Melaouhis Rolle in diesem Kontext ausführlich dargelegt wurden. Auf dieser Sitzung, zu der auch A. Melaouhi eingeladen war aber aufgrund eines Aufenthaltes in Tunesien nicht erschienen ist, war auch ein Vertreter des Bezirksbürgermeisters anwesend. Nach einer ausführlichen Diskussion wurde von den stimmberechtigten Beiratsmitgliedern einstimmig der Antrag gestellt, dass das Bezirksamt Abdallah Melaouhi als Vertreter der Tunesischen Vereinigung im Migrations- und Integrationsbeirat Spandau abberufen solle, da die Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit zerstört sei. Laut Geschäftsordnung des Beirates kann der Beirat selbst keine Mitglieder berufen oder abberufen.
Ein Mitglied, das seit 1993 mit Melaouhi in diesem Beirat gearbeitet hatte, äußerte sich persönlich und menschlich tief getroffen und enttäuscht über dessen Kooperationen mit rechtsextremistischen Kreisen.
An die Adresse der Tunesischen Vereinigung, dessen langjähriger Vorsitzender A. Melaouhi ist, erging nicht nur die Aufforderung, eine/n neue/n Vertreter/in für den Beirat zu benennen, sondern ebenfalls der Appell, sich zu ihrem Vorsitzenden zu positionieren. Der Beirat behielt sich vor, davon auch die Frage abhängig zu machen, ob die Mitgliedschaft der Tunesischen Vereinigung im Beirat ebenfalls als Problem gesehen werden sollte. Da über den Sommer die meisten Mitglieder dieses Vereins nicht in Berlin sind, wurde diese Entscheidung und Diskussion auf den September verschoben, um dem Verein Zeit zu geben, sich mit dem Thema und ihrem Vorsitzenden auseinanderzusetzen. Es bleibt die Hoffnung, dass es seinem eigenen Verein gelingen möge, Melaouhi zur Einsicht zu bringen, dass er und seine Lebensgeschichte von rassistischen Kreisen missbraucht wird, die auch ihn und seine Familie lieber heute als morgen aus Deutschland vertreiben würden, wenn sie könnten. Bisher scheint es allerdings den Rechten gelungen zu sein, Melaouhi die Aufmerksamkeit und Bedeutung zu suggerieren, nach der er sich offensichtlich sehnt.

Das Bezirksamt hat den Antrag des Spandauer Migrations- und Integrationsbeirates sehr ernst genommen, A. Melaouhi mit einer 14-Tage-Frist um Stellungnahme gebeten, die - siehe Pressemitteilung - jedoch die Vorwürfe nicht entkräften konnte und nun die Abberufung Melaouhis aus dem Beirat beschlossen.
(siehe auch Artikel in der Presse)



PRESSEMITTEILUNG

Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz informiert
Berlin, den 22.07.2008

Keine Chance für rechtes Gedankengut in Spandau

Auf Vorlage von Bezirksbürgermeister Birkholz hat das Bezirksamt Spandau heute beschlossen, Herrn Abdallah Melaouhi, als Mitglied im Migration- und Integrationsbeirat mit sofortiger Wirkung abzuberufen.

Dieser Beschluss erfolgt auf Bitten des Migrations- und Integrationsbeirates.

Herr Melaouhi war der letzte Krankenpfleger des verurteilten Kriegsverbrechers Rudolf Heß im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis und hat dazu ein Buch veröffentlicht, zusammen mit dem Mitglied des Bundesvorstandes der NPD Dr. Olaf Rose.
Herr Melaouhi tritt nun in Veranstaltungen der NPD auf, auf welchen er versucht als Zeitzeuge der letzten Lebensjahre von Rudolf Heß an dessen Rehabilitierung mitzuwirken.

Bezirksbürgermeister Birkholz:
„Als "Stellvertreter des Führers" war Rudolf Heß ein exponierter Repräsentant und Akteur des nationalsozialistischen Regimes. In Würdigung der gesamten Resonanz auf die Vortragsreisen von Herrn Melaouhi in rechtsradikalen Kreisen ist eindeutig erkennbar, dass die Person Rudolf Heß in einer besonderen Weise positiv bewertet wird. Er wird als integre Person mit Vorbildfunktion dargestellt.
Ich habe Herrn Melaouhi zu diesen Vorträgen um Stellungnahme gebeten, aber er konnte die Vorwürfe nicht widerlegen und die vorliegenden Beweise sind so eindeutig, dass Herr Melaouhi als Mitglied im Spandauer Migrations- und Integrationsbeirat nicht mehr tragbar ist.
Es ist nun an der Tunesischen Vereinigung e.V., einen anderen Vertreter für den bezirklichen Migrations- und Integrationsbeirat zu benennen.“


  1. Gegenstand des Antrags:

    Abberufung eines Mitgliedes des Migrations- und Integrationsbeirates
  2. Berichterstatter:

    Bezirksbürgermeister Birkholz
  3. Beschlussentwurf:

    Das Bezirksamt folgt der Empfehlung des Migrations- und Integrationsbeirates und beschließt, den Vertreter der Tunesischen Vereinigung e.V. im Migrations- und Integrationsbeirat, Herrn Abdallah Melaouhi, mit sofortiger Wirkung abzuberufen.
    Dieser Beschluss wird der BVV zur Kenntnis gegeben.
    Die Tunesische Vereinigung e.V. und der Migrations- und Integrationsbeirat sind ebenfalls über diesen Beschluss zu informieren.

  4. Begründung:

    Durch BVV-Beschluss vom 15.09.1993 wurde das Bezirksamt beauftragt, einen Ausländerbeirat (jetzt: Migrations- und Integrationsbeirat) einzusetzen, dessen Mitglieder vom Bezirksamt jeweils für die Dauer der Wahlperiode berufen werden. Am 22.05.2007 hat das Bezirksamt beschlossen, Herrn Abdallah Melaouhi, c/o Tunesische Vereinigung e.V. Xxxx, 1XXXX Berlin, als Vertreter benannt von der o.g. Organisation, für die XVIII. Wahlperiode der BVV als stimmberechtigtes Mitglied in den Beirat zu berufen.

    Der Migrations- und Integrationsbeirat Spandau hat in seiner Sitzung am 01.07.2008 beschlossen, das Bezirksamt Spandau aufzufordern, Herrn Melaouhi als Vertreter der Tunesischen Vereinigung e.V. in diesem Gremium abzuberufen.

    Gründe für diesen Beschluss waren insbesondere die Auftritte Herrn Melaouhis auf Veranstaltungen der NPD, auf welchen er versucht, an der Rehabilitierung des verurteilten Kriegsverbrechers Rudolf Hess mitzuwirken, u.a. auf einer Veranstaltung der NPD Düren am 06.06.2008.
    Konkret wurde ihm in diesem Zusammenhang vorgeworfen, das Vertrauensverhältnis gegenüber den anderen Mitgliedern des Migrations- und Integrationsbeirates irreparabel beschädigt zu haben.
    Der Beirat hatte Herrn Melaouhi bereits auf seiner Sitzung am 03.06.2008 konkret zu dieser Thematik befragt und wollte u.a. wissen, ob er beabsichtige, auch zukünftig an weiteren NPD-Veranstaltungen teilzunehmen.

    Dies hatte er verneint und ist dann, wie bereits vorstehend ausgeführt, drei Tage später bei der NPD in Düren aufgetreten.

    Herr Melaouhi hat daraufhin mit Schreiben 09.07.2008 die Möglichkeit eingeräumt bekommen, dazu Stellung zu beziehen.

    Mit seinem Antwortschreiben vom 14.07.2008 konnte er die Vorwürfe nicht widerlegen und die vorliegenden Beweise sind so eindeutig, dass Herr Melaouhi als Mitglied im Spandauer Migrations- und Integrationsbeirat nicht mehr tragbar ist.

    Ich habe dies Herrn Melaouhi auch bereits mitgeteilt. Den Schriftwechsel habe ich in Kopie als Anlage beigefügt.

  5. Rechtsgrundlagen:

    § 8 GO Bezirksamt
    § 15 und § 36 Abs. 2 Buchstabe f BezVG

  6. Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben:

    Keine



B i r k h o l z





Die Welt und Berliner Morgenpost

Rechtsextremismus-Vorwurf
Ehemaliger Pfleger von Rudolf Heß wirbt bei NPD

Mittwoch, 23. Juli 2008 20:19 - Von Katrin Lange

Abdallah M. pflegte bis 1987 im Gefängnis Spandau den verurteilten Kriegsverbrecher Rudolf Heß. Mit einem Buch über diese Zeit soll er bei der NPD auftreten, um an der Rehabilitierung des Hitler-Stellvertreters mitzuwirken. Das Bezirksamt Spandau zog Konsequenzen und warf den Tunesier aus dem Migrations- und Integrationsbeirat.

Das Spandauer Bezirksamt hat den gebürtigen Tunesier Abdallah M. mit sofortiger Wirkung aus dem Migrations- und Integrationsbeirat ausgeschlossen. Es folgte damit der Bitte des bezirklichen Gremiums, das die Abberufung am 1. Juli in Abwesenheit M. einstimmig beschlossen hatte.

Abdallah M. war der letzte Krankenpfleger des verurteilten Kriegsverbrechers Rudolf Heß, der 1987 im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis starb. Über die Zeit als Krankenpfleger hat M. ein Buch geschrieben, das in Zusammenarbeit mit dem Mitglied des Bundesvorstandes der NPD, Olaf Rose, veröffentlicht werden soll.
Das Bezirksamt und der Migrationsbeirat werfen dem Autor vor, mit seinem Buch in Veranstaltungen der NPD aufzutreten, auf welchen er versucht als Zeitzeuge der letzten Lebensjahre von Rudolf Heß an dessen Rehabilitierung mitzuwirken , heißt es in einer Erklärung des Bezirksamtes.

Es sei eindeutig erkennbar, dass die Person Rudolf Heß in einer besonderen Weise positiv bewertet werde, sagte Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU). Er wird als integre Person mit Vorbildfunktion dargestellt , so Birkholz. Er habe M. zu diesen Vorträgen um Stellungnahme gebeten. Dieser habe die Vorwürfe nicht widerlegen können und sei deshalb im Spandauer Migrations- und Integrationsbeirat nicht mehr tragbar. Genau dieser Ansicht ist auch Ali Yildirim. Der Vorsitzende des Migrationsbeirates in Spandau hatte Abdallah M. in der Sitzung am 3. Juni zur Rede gestellt. Dort hätte er die Möglichkeit gehabt, sich zu erklären, sagt Yildirim. Stattdessen habe er sich aufgeregt, ob er vor Gericht sei und angedroht, dass nächste Mal mit seinem Anwalt zu kommen. Auf konkrete Veranstaltungen angesprochen argumentierte M., er habe nicht gewusst, dass sie von der NPD organisiert werden.

In der Juli-Sitzung sei M. nicht erschienen, so der Beiratsvorsitzende. Bis 20. Juni war er krank geschrieben, seit dem 21. Juni hält er sich im Ausland auf , sagt Yildirim. Das sei die letzte Botschaft an die Gruppe gewesen. Yildirim forscht nach eigenen Angaben viel über Islamismus im Internet. Dabei ist er auf die Veranstaltungen mit Abdallah M. aufmerksam geworden. Bereits im April hatte der Pfleger gemeinsam mit Olaf Rose an einer Veranstaltung teilgenommen, zu der 180 Personen kamen, unter anderen nationale Sozialisten aus Borna und Geithain , wie im Internet zu erfahren ist. Weiter heißt es: Herr M. berichtet bemerkenswert über die Zeit, in der er Rudolf Heß als Krankenpfleger und als enger Vertrauter zur Seite stand. Er versuchte unter Zuhilfenahme verschiedenster Mittel und Wege das Leben von Rudolf Heß erträglicher zu gestalten.

Beiratsvorsitzender Yildirim hatte Abdallah M. auf seine offensichtliche Zusammenarbeit mit Olaf Rose angesprochen. Er sei sein Übersetzer, hatte ihm der Pfleger daraufhin geantwortet. Er selbst habe das Buch in Französisch geschrieben.

Rudolf Heß hatte sich 1987 im Spandauer Gefängnis das Leben genommen. Anschließend kamen in der rechtsextremen Szene Behauptungen auf, Heß sei ermordet worden. Das Buch von Abdallah M. mit dem Titel Ich sah dem Mörder in die Augen! Die letzten Jahre und der Tod von Rudolf Heß wird jetzt in rechtsextremen Kreisen dazu benutzt, um die These eines Mordes zu stützen. Ali Yildirim hat das Buch bestellt. Bis heute ist es nicht angekommen.

http://www.morgenpost.de/berlin/article712475/Ehemaliger_Pfleger_von_Rudolf_Hess_wirbt_bei_NPD.html

http://www.welt.de/berlin/article2243803/Ehemaliger_Pfleger_von_Rudolf_Hess_wirbt_bei_NPD.html


Berliner Zeitung
23.07.2008

Spandau schließt Heß-Pfleger aus Beirat aus
Hitler-Vize verherrlicht
Claudia Fuchs
Das Spandauer Bezirksamt hat den gebürtigen Tunesier Abdallah Melaouhi mit sofortiger Wirkung aus dem Migrations- und Integrationsbeirat des Bezirksparlaments abberufen. Der Grund: Melaouhi war der letzte Krankenpfleger des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß im Gefängnis und hat ein Buch über die Zeit geschrieben. Titel: "Ich sah den Mördern in die Augen! Die letzten Jahre und der Tod von Rudolf Heß". Wie Spandaus Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU) erklärte, werde Rudolf Heß darin als "integre Person mit Vorbildfunktion" dargestellt. Melaouhi trete zudem in NPD-Veranstaltungen auf, lese aus seinem Buch und wirke so als Zeitzeuge an der Rehabilitierung des Hitler-Stellvertreters mit. Heß war 1941 auf einem Flug nach London festgenommen und später zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1987 beging er im Spandauer Gefängnis Selbstmord und gilt seitdem als Märtyrer. Theorien, wonach er ermordet wurde, wurden nie bestätigt - werden nun aber von Melaouhi erneut gestützt.
Birkholz erklärte, er habe nichts von der früheren Tätigkeit Melaouhis gewusst. "Die Mitglieder des Beirates werden von den ausländischen Vereinigungen vorgeschlagen und nicht überprüft." Er habe ihn aber niemals in der rechten Ecke vermutet, so der Bürgermeister.
Bereits Anfang Juli hatte der Migrations- und Integrationsbeirat beschlossen, sich von Melaouhi zu trennen. "Nachdem bekannt wurde, dass er für sein Buch mit der NPD zusammenarbeitet, haben wir ihn zur Rede gestellt", sagte Beirats-Vorsitzender Ali Yildirim. Melaouhi habe beteuert, nicht mit der NPD zusammenzuarbeiten: Er habe das Buch auf Französisch geschrieben, bei der Suche nach einem Übersetzer habe ein NPD-Mann das beste Angebot gemacht. Tatsächlich, so Yildirim, vermarkte Melaouhi sein Buch gezielt über die NPD und habe etwa an einer Handvoll NPD-Veranstaltungen teilgenommen. (cls.)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0723/berlin/0052/index.html


Tagesspiegel
23. Juli 2008

NPD-Nähe

Spandau entfernt Mitglied aus Migrationsbeirat

Abdallah M. ist von seiner Funktion als Mitglied des bezirklichen Migrations- und Integrationsbeirates entbunden. Ausschlaggebend für seine Abberufung war seine Darstellung von Nazi-Verbrecher Heß als „integre Person mit Vorbildfunktion“.

Das Spandauer Bezirksamt hat gestern auf Antrag von Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU) Abdallah M. mit sofortiger Wirkung als Mitglied des bezirklichen Migrations- und Integrationsbeirates abberufen. M. war im Dienste der Alliierten der letzte Krankenpfleger des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß, der 1987 im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis starb. Über seine Zeit mit Heß hat M. ein Buch veröffentlicht, das in rechtsextremen Kreisen sehr beliebt ist. NPD-Bundesvorstandsmitglied Olaf Rose etwa bewirbt das Werk auf seiner Internetseite als „sensationelles Buch“. Zudem tritt Abdallah M. auf NPD-Veranstaltungen auf. Spandaus Bürgermeister Konrad Birkholz wirft M. vor, dort bei Vorträgen den Nazi-Verbrecher Heß als „integre Person mit Vorbildfunktion“ darzustellen. Der Abberufungsbeschluss sei auf Bitten des Migrations- und Integrationsbeirates selbst erfolgt, in dem M. die Tunesische Vereinigung e.V. bisher vertrat. Diese sei nun aufgefordert, einen anderen Vertreter für das Gremium zu benennen. du-

http://www.tagesspiegel.de/berlin/NPD-Spandau-Integrationsbeirat;art270,2577741

Unterstützung für Abdallah Melaouhi von NPD und DVU (National Zeitung):

http://www.berlin.npd.de/index.php?sek=0&pfad_id=12&cmsint_id=1&detail=360

http://www.national-zeitung.de/Artikel_08/NZ31_2.html

Migrations- und Integrationsbeirat war mit einem eigenen Stand dabei:


Miteinander leben - gestalten - Verantwortung tragen

Die BeirätInnen werden von den Institutionen, die in der Migrations- und Integrationsarbeit tätig sind, vorgeschlagen und von der BVV bestätigt. Bereits im Jahre 1993 wurde der Beirat gegründet. Er ist ein unabhängiges und überparteiliches Gremium. Der Beirat vertritt die Interessen der Menschen aus unterschiedlicher kultureller Herkunft in Spandau. Er unterstützt und berät die Bezirksverwaltung bei ihren Angeboten und Hilfen für die Belange der betreffenden Personenkreise. Ferner trägt der Beirat in Form von Öffentlichkeitsarbeit wie Feste, Gremienarbeit, Gesprächskreise, Informationsveranstaltungen dazu bei, die unterschiedlichen Kulturen zusammenzubringen, aber auch mehr Sensibilität und Verständnis füreinander herbeizuführen und damit das Zusammenleben in der Bevölkerung zu fördern.

Der Beirat tagt
jeweils am ersten Dienstag im Monat
von 18:00 bis 20:00 Uhr
im Rathaus Spandau - Raum 201
Carl-Schurz-Str. 2-6



Büro des Vorsitzenden:
Ali YILDIRIM
D-13585 Berlin, Luther Platz 4
Tel.: 030-3366666 - 0177 2427272
e-Mail: Ali[at]AYPA.net

Vorsitzender - Sprecherin - Mitglieder - Geschäftsordnung - Protokollschreiber - Gäste - Fotos


Seit dem 27.12.2008: 639 / 3186219
(02.02.2007 - 27.12.2008: 3171 / 44.000)
Migrations- und Integrationsbeirat Spandau
Migrations- und Integrationsbeirat Spandau

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